Schäferwiese
Eine verlandete Bucht des Großen Mahlgastsees hat sich infolge anströmenden Grundwassers zum Durchströmungsmoor weiterentwickelt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Moor durch Anlage eines Grabens in den See entwässert, um die Bewirtschaftung als Grünland zu ermöglichen.

Bild: Wiedervernässung des ehemaligen Durchströmungsmoores „Schäferwiese“ bei Röddelin
Im letzten Jahrzehnt drohte die Fläche wegen der komplizierten Bewirtschaftbarkeit brach zu fallen, was in der Regel eine Ruderalisierung nach sich zieht. Mit Vertragsnaturschutzgeldern der Naturparkverwaltung konnte über mehrere Jahr eine Pflegemahd sichergestellt werden, die eine Nährstoffanreicherung und die Ausbreitung von Grauweiden und Landschilf verhinderte. Es zeichnete sich ab, dass diese Situation wegen der Kürzung der Landschaftspflegemittel nicht dauerhaft zu halten sein würde. Hier griff das Naturschutzgroßprojekt ein, erwarb wesentliche Teile und stellte den Antrag auf Plangenehmigung bei der Oberen Wasserbehörde das Landes, den Graben zu beseitigen und eine Wasserrückhaltung zu bewirken, die dafür sorgt, dass die alljährlich produzierte Biomasse nicht mineralisiert, sondern in Torf umgewandelt wird.
Ende 2006 wurde der Graben auf ganzer Länge mit oberflächlich abgetragenem Torf verfüllt; zwei flache Querdämme bewirken eine zusätzliche Verzögerung des (ohnehin sehr geringen) Abflusses.
Damit ist die maximal mögliche Flächenausdehnung von flurnahen Wasserständen in diesem Moor wieder erreicht, die in Gräbennähe liegenden Bereiche sowie die Torfgewinnungsflächen stehen sogar flach unter Wasser, so dass davon ausgegangen werden kann, dass hier in Kürze neues Torfwachstum einsetzen wird.
